Siete Tazas – Sieben Tassen

Letztes Wochenende war wieder mal ereignisreich: Ich bin zum Nationalpark „Siete Tazas“ gefahren, der etwa sieben Stunden mit dem Bus im Norden von Temuco liegt. So weit, so gut, denn es gibt ja schließlich die Möglichkeit in der Nacht loszufahren, die Hinfahrt zu verschlafen und dann die Rückfahrt ähnlich zu verbringen.

Zuvor aber noch ein Foto von der Araukarie an der Ecke, an der ich immer auf mein Collectivo warte:

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(Übrigens hab ich beim Collectivo schon ein paarmal die falsche Richtung erwischt – meistens am Morgen, wenn ich noch übermüdet bin. Kein Problem allerdings , in der Innenstadt kann man nämlich umsteigen auf einen Microbus der ebenso zur Uni fährt – sogar direkter. Wenn ich also komplett übermüdet bin, komme ich sozusagen automatisch direkt bei der Uni an anstatt etwas gehen zu müssen – praktisch.)

Dies zu dem, bezüglich des Nationalparks gibt es zu sagen: der Bus sollte planmäßig um ein uhr morgens abfahren, also kam ich um 0:40 – natürlich – als erster an, wartete und wir fuhren tatsächlich schon um ca. 1:30 los. Als ich aufwachte, waren wir bei einer Raststätte in der Nähe des Parkes und nach einem Kaffee kamen wir zur ersten Grenze des Naturparks: einem kleinen Fluss. Die erste Station war dann der „Salto de la Novia“, oder Wasserfall der Braut: mit viiiel Fantasie könnte man im Wasser den Brautschleier erkennen. Dann diskutierten wir ein bisschen mit dem Guide über die Bäume und Vegetation die es hier, aber nicht in Österreich gibt und umgekehrt. Fazit: ich habe keine Ahnung wie Baumsorten auf spanisch heißen und sollte das nachholen.

Danach ging es zu dem eigentlichen Spektakel: die Siete Tazas, oder sieben Tassen, bzw. sieben Becken mit Wasser, durch die das ebengenannte Flüssiggut fließt und dabei hübsch aussieht.

Zu sehen waren trotz vielfältiger Holzaussichtsplatformen allerdings nur etwa drei bis vier der Tassen – immerhin hatten sie diesmal genug Wasser, denn nach einem Erdbeben kann es vorkommen, dass das Grundwasser woandershin abfließt und das war es dann mit Naturpark und Naturschauspiel – was hier einige Jahre vorher sogar passiert ist.

Mein persönliches Highlight im Park war allerdings der „Salto de la Leona“, oder Löwinnenwasserfall: Ca. 20 Minuten von den Siete Tazas über einen wunderhübschen Weg erreichbar ist dieser Wasserfall, der eine unglaublich tiefe Furche ins Gestein gegraben hat.

Man kann sogar neben dem wunderschönen Fluss bis hinauf zum Becken des Wasserfalles laufen und – nach Wunsch – darin baden. Aufgrund der Temperaturen haben die meisten davon abgesehen, aber einige Mutige haben es dann doch gewagt.

Der Wasserfall war dann auch der Ort für die mittlerweile wohlverdiente Essenspause: Empanadas und selbstemachte Brötchen rundeten die Rast wunderbar ab. Danach wurde mit den Mitreisenden und dem Guide bei Matetee (lecker!) über andere schöne Ausflugsziele in der Region um Temuco und in Chile generell geredet. Fazit: Torres del Paine ist offenbar ein Muss… mal sehen ob ich dafür Zeit haben werde.

Auch wenn er auf den Bildern eher klein aussieht, ist der Wasserfall überraschend groß: man beachte die Menschen am Ufer: (die kamen übrigens von der anderen Seite, wo auch ein anderer Nationalpark liegt. Auf Winken haben sie kaum reagiert.)

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Oben zu erkennen sind auch die vorhingenannten mutigen (badenden) Menschen, die nach kurzer Eintauchphase und schmerzverzerrten Gesichtern allgemein lieber in der seichten Mitte des Wassers blieben – verständlich.

Die Rückfahrt war dann wenig aufregend, fast aktiv langweilig sogar. Es gab noch einen zwischenstopp in einem Weinshop, die Wein teurer als im Supermarkt verkaufen und zwei Zwischenstopps wegen Motorproblemen, sodass wir dann gegen 2 Uhr morgens in Temuco ankamen. Am Sonntag habe ich dann ungefähr gar nichts mehr getan, außer mich vom Urlaub zu erholen.

Von Nationalparks und Vulkanen

…beides gibt es in Chile jedenfalls reichlich. Besonders in der Umgebung von Temuco liegen einige schöne Nationalparkt bzw. Naturreserven und auch mindestens zwei noch aktive Vulkane (die aber eher weiter weg.) Einer davon war schon auf dem Bild von der Uni in einem früheren Post zu sehen.

Nun hat es sich jedenfalls zugetragen, dass zur besseren touristischen Zusammenarbeit der Guides und Herbergenbesitzer in dem Gebiet um Melipeuco eine Datensammlung bezüglich eines Projektes der Universität stattfand. Und ich wurde gefragt, ob ich denn gerne mitfahren würde, zwei Tage, einige Interviews, ich sollte derweil bisschen Tourist spielen und später geht es in den Park. Natürlich habe ich Ja gesagt.

Die erste Fahrt ging etwas weiter Richtung Berge, zu einem kleinen Häuschen, in ein sympathisches Ehepaar lebte, die aus Araukarien (Übrigens das Wahrzeichen der Region – wie schon im Blog über Santiago erwähnt) Mitbringsel herstellen und direkt vor einem Wanderpfad leben. Während des Interviews bin ich ein wenig den Weg hinaufgekraxelt – von Befestigung kann leider nicht wirklich die Rede sein, für Kinder also eher ungeeignet. Dafür bot sich mir schon bald dieser herrliche Blick:

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Fast wie bei mir zuhause in den Alpen – und doch anders

Danach gab es Kuchen und Kaffee (sehr beliebt in Chile: Nescafé – und mit beliebt meine ich: es ist der Standardkaffee außer man bestellt dezidiert „echten“ Kaffee! Ein Graus für Kaffeesnobs.) und uns wurden wunderschöne Objekte aus dem Holz der Araukarie geszeigt. Im Bild: eine Zuckerdose, ein Laminiertes Stück Holz und ein versteinerter? Rindenblock.

Später ging es dann noch durch das Dorf Melipeuco zu einem Wasserfall des Flusses Truful-Truful. Dann war es aber auch schon spät geworden und wir wollten unsere Übernachtungsmöglichkeit besichtigen: ein wunderschön hergerichtetes Häuschen von einem bereits vorher interviewten Herren, der uns sogar einen Spezialpreis anbot.

Am nächsten Tag ging es dann nach getaner Arbeit auf in den Nationalpark Conguillío. Dort gab es einiges zu sehen, so dass ich dafür lieber einen weitern Post anlege.