Was bisher geschah – Die Reise, letzter Teil

Der Flug von Madrid nach Santiago war dann im Vergleich zu dem bisherigem Erlebten fast zu unspektakulär. Es gab Filme (Pulp Fiction), Essen (Hamburger und Kaffee) und Nichts zu sehen (Kein Fensterplatz und Nacht). Beim Anflug auf Santiago entstand das Bild auf der ersten Seite meines Blogs, alles in allem war der Atlantik aber doch bald bezwungen.

In Santiago selber hatte ich dann noch drei Stunden zu warten. Die Spannung war groß: würde mich mein „Padrino“ wie besprochen trotz der Verspätung abholen? (Ja). Würde mein Handy auch in Chile funktionieren (eigentlich keine Frage die ich mir damals stellte, aber dafür mit umso überraschenderer Antwort – nein.) Und was konnte man in Santiago am Flughafen so alles machen? (Kaffee trinken und shoppen).

Der Flug von Santiago nach Temuco kam mir dann fast wie eine Formalität vor – was sind schon zwei Stunden Flug (eigentlich 1,5) gegen eine Reise von zwei Tagen? – Eben.

In Temuco hatte ich bald meinen Koffer abgeholt und meinen Padrino Bastian gefunden. Er fuhr mich direkt zum Haus, in dem ich zumindest das nächste Monat wohnen würde – Ich war in Chile.

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Eine Straße in der Umgebung meiner Wohnung

 

Was bisher geschah – Die Reise, Teil 3

Da ich nicht vorhatte mit schwerem Gepäck und Winterklamotten (in Chile sind die Jahreszeiten ja genau umgekehrt!) Madrid im Sommer zu erkunden, entschloss ich mich, die Wartezeit in Barajas (So heißt der Flughafen von Madrid) zu verbringen.

Als erstes reklamierte ich den verlorenen Anschlussflug und füllte ein Formular aus, auf dessen Bearbeitung ich für ungefähr drei Wochen zu warten hätte. Dabei wurde mir auch gesagt, dass die Unterkunft eigentlich für zwei Nächte und Frühstück und  Mittagessen galt (Ich hatte an dem Tag nur gefrühstückt – allerdings zweimal 😉 ). Im Hotel wurde das verschwiegen oder jedenfalls nicht kommuniziert. Das kommt davon, wenn man sich die Papiere nicht genau durchliest.

Im Check-In bereich angekommen wurde lustigerweise eine Gratisyogastunde für müde Reisende angeboten – genau das Richtige für meine Verspannten Muskeln! Mit einigen Kindern und manchen tapferen Erwachsenen verschiedenster Herkunft quälten wir uns -vor wartenden Mitreisenden, aber immerhin auf Yogamatten – tapfer durch die vorgegebenen Positionen der Yogalehrerin, die übrigens in drei Sprachen Kommandos geben konnte – äußerst beeindruckend! Danach war die Müdigkeit und Anspannung der letzten Nacht allerdings tatsächlich wie weggeblasen.

In Barajas selber vertrieb ich mir die Zeit hauptsächlich mit Essen (Spanischer Schinken auf Brot mit Olivenöl; einen ziemlich guten Hamburger mit Brie in einem überraschend edlen Restaurant), Lesen (ein Kollege hatte mir vor der Reise sein Skript über Quantum Computing geschickt – ich brachte immerhin die Einleitung durch!) und Spazierengehen – Platz war ja genug da.

Zwischendurch plauderte ich ein Bisschen mit der Mitreisenden aus Santiago – Patricia, und zeigte ihr unter anderem mein Spanischlehrbuch, das ich auf der Reise natürlich dabeihatte. Das zweite Kapitel lautete: „Llegada a Barajas“ – „Ankunft in Barajas“ – wie passend.

Zum Bild: Der Blick aus dem Hotel auf den Swimmingpool – das einzige, was ich an dem Tag von Madrid außerhalb des Flughafens sah.

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Abgebildet: Menschen mit passender Kleidung für die Hitze

 

Was bisher geschah – Die Reise, Teil 1

Meine Reise nach Chile begann stürmisch: Nach fünfstündiger Fahrt zum Flughafen Wien wurde dort durchgesagt, dass unser Flieger wohl mit einer Stunde Verspätung starten würde. Soweit eigentlich kein Problem, bis auf die kleine Komplikation, dass die Umstiegszeit in Madrid ohnehin schon recht knapp bemessen war.

Naja, wird schon werden, dachte ich und kaufte mir eine Zeitschrift um die Zeit zu vertreiben. Immerhin hatte die nette Dame mich am Schalter auf einen etwas späteren Weiterflug umgebucht: Statt um 23:55 um 00:10. Tja.

Mit knapp 1,5 Stunden Verspätung startete der Flieger dann auch. Ich versuchte, mit einigem Erfolg, die Zeitschriften der Iberia Airlines zu entziffern, während sich neben mir zwei Business-Menschen aus Wien lautstark über best practices, innovative Managementmethoden und ähnliche Fachbegriffe unterhielten. Eine Stunde lang (Offenbar wollte der eine den anderen aufgrund seiner Loyalität rekrutieren, was dieser aber nicht wollte, da er zu seinem derzeitigen Arbeitgeber loyal war – eine Zwickmühle!)

Immerhin habe ich einiges über die internen Strukturen ihrer Arbeitgeber gelernt, auch wie man am besten mit widerspenstigen Mitarbeitern umgeht, was für Programmiersprachen verwendet werden und wie hoch der Turnover bei Mittelmanagern der Bawag ist – ein interessanter Flug also!

Nach einiger Zeit kamen wir dann auch dem Umstiegsplatz Madrid immer näher, und ich fragte mich langsam, ob wir (Ich und offenbar auch einige andere Reisende) den Anschlussflug noch erreichen würden oder nicht. Doch mehr dazu im nächsten Eintrag.

Titelbild: Das letzte Foto vor meinem Flug – Im Pub mit Freunden