Chaxa und der letzte Tag – Teil 2

Nun zum letzten Teil meiner Atacama-Serie: nachdem wir die Chaxa-Lagune fast vollständig erkundet war ging es (endlich) zum Frühstück. Wie bereits angedeutet war das diesige Frühstück eines der besten in der Wüste. Kuchen, Kokatee, Kaffee, Marmelade und Kekse gab es im Überfluss – ebenso wie frisches Avocadomus (hier Palta genannt). Darüberhinaus gab es beim Infopoint in der Nähe ein Aquarium zu bestaunen, in dem man das winzige Getier, von dem die Flamingos lebten, näher beobachten konnte. Auch ein kleiner Vogel gesellte sich neben uns und ein älterer Mitreisender packte seine Tinwhistle aus um uns mit einer Version von „El Condor Pasa“ (Der Kondor zieht vorüber) zu unterhalten. Ich durfte mich selbst mit mäßigem Erfolg an einer Version von „Amazing Grace“ versuchen.

Danach ging es für einen kleinen Geschichts- und auch Klostopp in ein kleines Dorf mit hübschem Kirchturm, wo uns Alex von der Kosmologie und Glaubensverständnis der Einheimischen im Wandel der Zeit erzählte – die Dreiteilung der Welt (Himmel(früher: Gotteswelt) – Erde – Unterwelt (später Hölle)) kann man noch oft in den Christlichen Gotteshäusern, die hier oft dreistufig gebaut wurden, erkennen. Interessant: sowohl Dach als auch Tür des Turmes bestanden aus getrockneten Kakteen. Während wir da waren kam sogar eine Nonne vorbeigehuscht um die Glocken im Turm zu läuten. So rasch wie sie kam, verschwand sie aber dann auch wieder.

Die letzte Etappe des Tages sollte der Besuch einer kleinen Oase werden, in der einige Einheimische seit Generationen ihre Gärten haben und durch die ein kleiner Fluss fließt. Hier erzählte uns Alex noch von der Geschichte der Indios in Amerika und auch über den aktuellen Forschungsstand. Auch Felszeichnungen (Petroglyphen) gab es etwas höhergelegen. Wir kraxelten also, machten einige Fotos, plauderten mit Alex über seine persönlichen Favoriten in der Gegend (Valle Arcoiris) und konnten bei der Heimfahrt sogar das berühmte Alma-Observatorium aus der Ferne sehen.

Am darauffolgenden Morgen konnte ich übrigens, während ich den Kaffee um unchristliche 4 Uhr morgens schlürfte, endlich das Kreuz des Südens sehen – bis jetzt war der Mond meistens zu hell gewesen, und ich meistens zu abgelenkt um zum Himmel zu sehen. Damit waren dann sämtliche Ziele meiner Atacamareise erfüllt und es ging im Flieger zur nächsten Station – Santiago.

Die Chaxa-Lagune – Teil 1

Für den letzten Tag der Reise (zufällig mein Geburtstag) hatte ich mir etwas besonderes ausgesucht. Findige Leser werden vielleicht schon bemerkt haben, dass in einigen der hochgelegenen „lagunas“ (also Seen aber ohne natürlichen Abfluss) einiges Getier lebt, unter anderem eben auch Flamingos. Mich hat das ganze ziemlich überrascht, weil ich ja Flamingos nicht gerade mit großen Höhen verband. Das musste ich mir genauer anschaun.

Also war für den letzten Tag natürlich eine Flamingotour angesagt. Glücklicherweise musste ich nicht einmal lange suchen um einen Anbieter zu finden, denn in meinem Hostal war ein eigens dafür zuständiger „Agent“ angestellt um die perfekten Touren zu finden. Ich hatte schon einmal mit ihm geredet, bevor ich den Plan mit meinen Zimmerkollegen hatte, woraufhin er mir unter anderem eine Vulkanbesteigung eines der vielen über 4000 Meter hohen Vulkane der Umgebung als passenden Ausklang für meine Reise anbot. Ich lehnte damals dankend ab. Hier aber plauderten wir etwas über die anderen Touren die ich schon gemacht hatte und offenbar waren ihm sowohl mein alter Anbieter als auch Guide bekannt. Nach einigen Fotos war ich überzeugt und buchte die Tour für den nächsten Tag.

Der Plan für den Trip war die Lagune Chaxa (Teil des Nationalreservats Los Flamencos) , die zwar eigentlich nicht so heißt, aber aus touristischen Gründen nennen sie den Trip zu den Lagunen „Burro Muerto“ (Toter Esel) und „Barro Negro“ (schwarzer Sumpf) so – irgendwie verständlich. Die „echte“ Laguna Chaxa liegt weiter hinten und ist nur für Forschungszwecke zugänglich. Die Hoffnung war dennoch, einige Flamingos in freier Wildbahn zu sehen. Aus den letzten Trips gelernt, buchte ich auch nicht mehr die allerbilligste Tour. Das sollte sich absolut lohnen: Wir waren die zweite Gruppe an der Lagune und direkt zum Sonnenaufgang flogen die Flamingos von der einen in die andere Lagune – man konnte sogar einige im direkten Flug über sich betrachten. Die Gruppen nach uns konnten ihnen nur mehr sehensüchtig hinterherblicken als sie im Sonnenaufgang verschwanden – tja.

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Panorama der Lagune

Die Aufgehende Sonne lieferte auch einige interssante Panoramafotos mit den in weiter Ferne liegenden Anden. Nicht zu sehen ist wieder der Geruch: die Lagunen sind kaustisch und riechen gerade am Morgen stark nach Schwefel bzw. faulen Eiern. Mit längerem Aufenthalt wurde es aber entweder besser oder wir gewöhnten uns zumindest langsam daran. Zum Frühstück machte es uns jedenfalls nichts mehr aus.

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Der Boden bestand fast ausschließlich aus dem auf den Fotos sichtbaren zerklüfteten Salzgestein, von einigen Wegen durch den Fels zerschnitten:

Leider stellte ich fest, das der Zoom meiner Handykamera nicht unbedingt so gut wie erhofft war. Daher kann der geneigte Leser sich die auf den Bildern in der Ferne kaum sichtbaren Flamingos bitte farbenfroh und interessant vorstellen – so wie ich sie eben in Wirklichkeit gesehen habe. Dafür habe ich später ein paar im Flug erwischt:

In der Lagune gibt es drei verschiedene Arten von Flamingos, die sich hauptsächlich in ihrem Federkleid unterscheiden (rosa mit schwarzen Fülgelspitzen, rosafarbige und weiße Flamingos). Die Flamingos ernähren sich hauptsächlich von kleinen Lebewesen, die im Wasser der Lagune leben und den Flamingos auch ihre markante rosarote Farbe geben.

Leider war ich von der Vielzahl an Vögel und der einzigartigen Landschaft so abgelenkt, dass ich vor lauter Fotos dem Guide, der von der Entstehungsgeschichte und Zusammensetzung der Lagune redete, kaum Aufmerksamkeit schenkte. Dafür hab ich dann ein Foto von der Tafel gemacht, wo praktisch das Gleiche draufstand. Ist ja fast Dasselbe.

Damit ist für einen Post aber erstmal genug, den Rest der Tagestour werde ich dann in einem weiteren Teil beschreiben. Bis dann!