Meine Reise nach Chile begann stürmisch: Nach fünfstündiger Fahrt zum Flughafen Wien wurde dort durchgesagt, dass unser Flieger wohl mit einer Stunde Verspätung starten würde. Soweit eigentlich kein Problem, bis auf die kleine Komplikation, dass die Umstiegszeit in Madrid ohnehin schon recht knapp bemessen war.
Naja, wird schon werden, dachte ich und kaufte mir eine Zeitschrift um die Zeit zu vertreiben. Immerhin hatte die nette Dame mich am Schalter auf einen etwas späteren Weiterflug umgebucht: Statt um 23:55 um 00:10. Tja.
Mit knapp 1,5 Stunden Verspätung startete der Flieger dann auch. Ich versuchte, mit einigem Erfolg, die Zeitschriften der Iberia Airlines zu entziffern, während sich neben mir zwei Business-Menschen aus Wien lautstark über best practices, innovative Managementmethoden und ähnliche Fachbegriffe unterhielten. Eine Stunde lang (Offenbar wollte der eine den anderen aufgrund seiner Loyalität rekrutieren, was dieser aber nicht wollte, da er zu seinem derzeitigen Arbeitgeber loyal war – eine Zwickmühle!)
Immerhin habe ich einiges über die internen Strukturen ihrer Arbeitgeber gelernt, auch wie man am besten mit widerspenstigen Mitarbeitern umgeht, was für Programmiersprachen verwendet werden und wie hoch der Turnover bei Mittelmanagern der Bawag ist – ein interessanter Flug also!
Nach einiger Zeit kamen wir dann auch dem Umstiegsplatz Madrid immer näher, und ich fragte mich langsam, ob wir (Ich und offenbar auch einige andere Reisende) den Anschlussflug noch erreichen würden oder nicht. Doch mehr dazu im nächsten Eintrag.
Titelbild: Das letzte Foto vor meinem Flug – Im Pub mit Freunden
