Ein Wortspiel mit „Pazifik“

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und so auch die Semester der anderen Unis, auf denen es keine Streiks gegeben hat. Dazu gab es auch mal eine Semesterabschlussparty – von der Universidad Autonoma genau genommen – auf die ich mal schauen wollte.

Die Party war fast wie ein kleines Festival aufgezogen, mit einem kleinen Unterschied: es gab zum Zeitpunkt meiner Ankunft noch kein Essen. Was schade war, denn ich hatte riesigen Hunger. Dazu spielte gerade wahlweise ein viel zu Lautes Technozelt oder die schlechteste Akustik-Regatongruppe die ich in meinem Leben gehört hatte. Mahlzeit.

Während der Suche nach einem Choripán – eine Art chilenischem Hotdog machten sich aber gottseidank die Headliner bereit – Villa Carino, eine Cumbia-Band, die jetzt offenbar unter Studenten der letzte Schrei ist. (hier eine Kostprobe). Die Show war allerdings auch ziemlich super:

Dabei wurde auch auf die letzten Mapuche-bezogenen Proteste eingegangen: ein Mapuche wurde von der Polizei bei einer Untersuchung getötet, worauf im ganzen Land Proteste von Studenten und Mapuche losgingen – so auch in Temuco. Die Flagge, die das Mädchen im Publikum auf dem letzten Bild hält und auf dem zweiten im Hintergrund läuft, ist die offizielle Flagge der Mapuche. Wallmapu – so nennen sie die Gegend in der sie Leben, von Argentinien bis Chile. Eine verzwickte Angelegenheit.

Am Sonntag war es dann soweit: es ging an ein weiteres Reiseziel für mich für die Region, das ich schon ewig aufgeschoben hatte: der Pazifik. Der Weg führte von Temuco über Carahue (wo es eine ganze Straße voller alter Triebfahrzeuge gibt) nach Nehuentue und Puerto Saavedra, was direkt am Pazifik liegt. Begleitet hat mich dabei eine Physikprofessorin vom Institut, der andere Kollege war leider gerade krank.

Ein Bisschen zur Geographie: Nehuentue liegt eigentlich nur am Fluss direkt ins Meer, der wird aber nur durch so wenig Land vom Meer geteilt, dass man das Rauschen und den Wind bis an das Ufer hört. Die Klassische Wochenendversion des Ausfluges ist, mit der Familie ans Meer zu fahren und Meeresfrüchte zu essen (klicken zum vergrößern):

Der Wind war übrigens überraschenderweise trotz sonnigen 26 Grad saukalt, also war ich froh meine Jacke mitgenommen zu haben.

Über den besagten Fluss (Rio Imperial) setzten wir mit der Fähre über, um dann zu Fuß ein Stück nach Puerto Saavedra zu gehen – es wurde uns versichert, es seinen nur so 20 Minuten. Na dann. Der Weg war übrigens superschön, kaum ein Mensch außer uns war zu sehen und allerlei Getier kreuchte und fleuchte durch die sumpfige Wiese neben der Straße:

Nach ca. 20 Minuten waren wir auch schon um die erste Kurve der Straße gekommen, mit noch einigem mehr zu laufen. Also entschlossen wir uns, Autostopp zu machen, bei den beiden Autos, die alle 20 min. von der Fähre ans ander Ufer kutschiert wurden. Wir hatten Glück, das zweite Auto stoppte und einige freundliche Chilenen nahmen uns mit („Sprich du, dann haben sie Mitleid mit dem Touristen!“). Nach einem kurzen Ausflug ins Landesinnere („Sicher, dass der Aussichtspunkt zum Meer in die Richtung liegt?“) kamen wir dann auch an: der Pazifik war gar nicht so still wie es der Name vielleicht vermuten lässt:

Mehr dazu beim nächsten Mal.

Fiesta de los Naciones – parte dos

So, weiter ging es also mit einer Zweimannband aus Haiti – eine stimmungsvolle Konstellation, begleitet von zwei Tänzern, die auch mal lustig waren – „Jetzt was auf französisch, wir sprechen alle Sprachen!“, wenn auch gelegentlich der Playback offensichtlich war. Die Chilenen waren gewohnt still und kühl, bei der Aufforderung mitzutanzen („Wer kennt diesen Tanz? Niemand?“) waren sie also wie erwartet eher schüchtern. Gerettet wurde das Ganze -natürlich – von den Venezuelanern, die daraufhin bei (fast) jeder Tanzeinlage mit Publikumspartizipation mit auf der Bühne standen – siehe Video zwei in der Liste:

Gefolgt wurde das ganze von den Vertretern der „Afrikanischen Gesellschaft Temuco“ (oder so ähnlich), die wieder ganz andere Rhythmen anschlugen – auch hier wurde natürlich wieder mit den Venezuelanern getanzt 🙂 – der Tänzer brachte den Neulingen die Schritte live bei, während der andere Kollege für den Beat sorgte.

Natürlich wollten sich dann aber auch die Chilenen nicht lumpen lassen, und führten eine spektakuläre Show des traditionellen Volkstanzes vor – Cueca: Dabei musste ich feststellen: Den klassischen 3/4 – Takt mit *klatsch* – *klatsch* – *pause* klatschen gefühlt 1/3 der Chilenen selber falsch – es lag also nicht nur an mir, das ich das anfangs nicht rausgehört habe. Die Cueca selber ist übrigens am Balztanz des Hahnes und der Henne angelehnt bzw. entnommen – mit viel Fußstampfen und Herumposieren- sieht man auf den folgenden Videos auch ganz schön. Besonderes Augenmerk liegt auf den klassischen Gewändern – (das der Huasos). (Die Videos sind übrigens sehr kurz, also nur ein kleiner Ausschnitt des gezeigten).

Dann ging es von Übersee weiter – Asien war mit China vertreten und eine Chinesin zeigte einen dynamischen Tanz mit Fächer, und ein Prof des örtlichen Chinesischinstituts zeigte einige sehr coole Tai-Chi moves. (Mein heimlicher Favorit!). Mit genau diesem hatte ich übrigens vor dem großen Rummel gesprochen, unter anderem über die Sprache – auf die Frage, wie lange man denn nun Chinesisch lernen müsste um es wirklich zu können meinte er, so sechs Jahre – ist also wirklich schwierig für Menschen aus unserem Kulturkreis, denen der Background fehlt.

Danach wurde es rhythmisch – eine brasilianische Sambagruppe trat auf. Nur aus Perkussion bestehend waren sie sehr laut. Mit dabei auch ein kleiner Junge, der zwischen den Acts immer wieder auf die Bühne rannte und jetzt offenbar genug Mut gesammelt hatte, auch selbst mitzumachen – auf Video 2 trommelt er sogar mit :D. Auch die Mitarbeiter des Brasilianischen Ständchens ließen es sich nicht nehmen mit Fläggchen bewaffnet auf die Bühne zu stürmen um den Samba mitzutanzen – ein bisschen Rio in Temuco.

Zum Abschluss gab es dann noch einen chilenischen Sänger bzw. Band, die eher traditionell spielte und im Vergleich zu allem Anderen sterbenslangweilig war. Die Omas im Publikum haben trotzdem mitgeklatscht, offenbar war das Lied bekannt („Ich glaube, auch wer das Lied nicht kennt, hat es trotzdem im Herzen“) – so der Sänger. Naja.

Zum Abschluss noch ein bisschen Essen: wusstet ihr, dass Erdbeeren ursprünglich aus Südamerika stammen? Hier verkaufen die alle möglichen Beeren im Sommer auf der Straße und machen leckere Desserts und Kuchen (heißt hier wirklich so!) damit.

Daneben: die klassischen chilenischen Mittagsgerichte, Cazuela und (im Hintergrund) Pastel de Choclo. Bis zum nächsten Mal!

 

 

 

Fiesta de las Naciones?

So, nach einiger Zeit wird wieder was geschrieben, genauer: von der vergangenen „Fiesta de las Naciones“, oder dem „Fest der Nationen“ in Temuco. Jedes Jahr wird nämlich von den örtlichen Vereinen eine Feier veranstaltet, bei der man traditionelles Essen, Getränke, Tänze, Musik und Menschen der einzelnen Länder näher kennenlernen kann – da sag noch einer wir sind nicht International! Zuvor aber noch eine kleine Collage von Fotos, die sonst nirgends hinpassen:

Abgebildet sind: meine Kletterhalle, die Wiese auf der Uni, mit Studenten, die sich zum Protest bereitmachen (wieso? – ein Andermal dazu mehr) und ein leckerer Burger – gestärkt? – dann kanns ja weitergeh’n:

Bei der Fiesta waren überraschen viele unterschiedliche Länder vertreten: Ein Auszug: Peru, Kolumbien, Venezuela, Haiti, Brasilien, Deutschland (hatten lecker Kuchen), Israel, Palästina (am anderen Ende der Halle), Italien, die Schweiz und, und, und.

Der offizielle Beginn der Feier sollte um 12 sein, also kam ich pünktlich um 12:15 an, als sich gerade die meisten Stände gemütlich mit dem Aufbau beschäftigten und die Halle noch komplett leer war – natürlich, chilenische Zeit eben.

Dafür hatte ich aber oft die Gelegenheit als Erster mit den einzelnen Standbesitzern zu schwatzen, was durchaus interessant war. Im Chinesischen Stand wurde mir zB. von einem alten Chinesen, der kein Wort Spanisch sprach Tee angeboten – sehr nett. Man verständigte sich eben wie man konnte („Té?“ – „Si!“ – „Yo no hablo espanol“ – „Yo no hablo chino“ – (er schenkt Tee ein, ich trinke) – Ich: Xie Xie (danke – mein gesamtes Chinesischrepartoire übrigens) – wir lächeln uns an und trinken). Die Nachfahren der deutschen Einwanderer hatten offenbar die alten Uniformen von Opa ausgepackt und waren hocherfreut einen Österreicher zu sehen – sie haben mir sofort einen Sticker geschenkt und mich vergnügt ausgefragt. Die Israelis waren auch sehr nett – offenbar ist in Temuco eine der ältesten Synagogen im ganzen Land, auch wenn man sie von außen offenbar kaum erkennt.

Am Stand von Venezuela traf ich danach auch einen Bekannten, der mir sagte, er würde heute tanzen. Ich war schon gespannt darauf. Derweil hatten sich auch die Organisatoren fertiggemacht und die Eröffnung fand pünktlich eine Stunde nach 12 statt. Sehr schön gemacht, mit einem Band und vielen kleinen Scheren: alle waren sie dabei.

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Ich machte noch eine kleine Runde, dann gingen auch schon die Tanzvorführungen los: die erste Gruppe waren die Venezuelaner, die ich schon vorher bei der besagten venezuelanischen Fiesta gesehen hatte:

(Man beachte die verschiedenfarbigen Taschentücher in den Farben Venezuelas).

Danach war noch etwas Zeit bis zur nächsten Show während sie deutsche Schlager spielten – naja, also ging es zum Probieren der berühmten peruanischen Küche: Ceviche. (Fisch, mariniert in „Tigermilch“ – eigentlich hauptsächlich gewürzter Limettensaft) – sehr, sehr lecker! Auch Argentinien war mit Fleisch vertreten:

Die nächste Vorführung kam von der Universidad Catolica de Temuco und war eine Tanzshow im Stil der Osterinsel (Rapa Nui) – mit viel Energie und Schwimm – und Ruderbewegungen (Videos jeweils ca. 30 Sekunden): (gleiche Gruppe wie bei der Fiesta International im Zuge der Movilidad-Organisation) – sehr sehenswert!

Damit nicht genug, und in komplett anderem Stil kam dann Palästina auf die Bühne: leider war zu dem Zeitpunkt meine Kamera bereits derart voll, dass ich anfangen musste kürzere Videos zu machen und in den Pausen alte gespeicherte Fotos zu löschen. Ich hoffe, man sieht dennoch den Unterschied:

Bei den Tänzen handelt es sich nämlich um Dabke, was übersetzt „Mit-den-Füßen-auf-den-Boden-Stampfen“ bedeutet. In einigen Tanzschritten wird dies auch sehr deutlich. Beendet wurden die Tänze mit einem „Peace for Palestine“. Ganz am Schluss war es „free for all“ und es tummelten sich mehr Leute auf der Bühne – man beachte den Typ mit Schwert:

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Mittlerweile war es auch schon etwas voller, und die Baklava, die sowohl von Israel und Palästina als auch der Türkei beansprucht wurden, waren bereits fast alle. Ich hab trotzdem noch ein paar erwischt – lecker, genau wie beim Türken in Wien.

Als nächstes war Haiti dran – interssant, weil gerade in Chile in letzter Zeit viele Haitianer eingewandert sind, die mit ziemlichen Vorurteilen zu kämpfen haben. Davon aber beim nächsten Mal mehr, der Post ist schon ziemlich lang – bis dann.

Ein freies Wochenende

Es ist ja nun der Frühling ins Land gezogen, und das heißt man kann endlich hinaus gehen und die Natur genießen. Dazu ein kurzes Resümee:

Der Reihe nach: ein Haus bei schönem Wetter, der Plaza de Armas (Hauptplatz), ein Straßenkünstler und Graffiti: Graffiti gibt es fast überall in irgendeiner Form, und fast immer ist es künstlerisch sogar sehr interessant! Außerdem: bei schönem Wetter kann man an vielen Kreuzungen Straßenkünstler sehen, die sich bei den an den Ampeln wartenden Autofahrern ein Trinkgeld dazuverdienen: bis jetzt waren am eindrucksvollsten: Fackel-jonglage bei Nacht, Schwert-jonglage bei Tag und Jonglage auf dem hohen Einrad (abgebildet). Man überbietet sich offenbar immer mehr.

Außerdem gibt es in der Nähe von meinem Haus eine Uni (die Inacap) mit Boulderwand, die wir endlich mal bei Schlechtwetter ausprobiert haben: Der Mensch am ersten Bild an der Wand ist übrigens genau der Guide, mit dem ich damals nach Siete Tazas gefahren bin und den wir zufällig getroffen haben – klein ist die Welt.

Darüberhinaus war eine Kulinarische Messe in der Stadt (genauer: beim Stadion): wer mich kennt, weiß das man sich sowas als guter armer Student nicht entgehen lassen darf:

Es gab vor allem viel zu bestaunen und kosten: Von Chilipaste (Aji) über Dulce de Leche (Manjar) bis hin zu Araukarien- und Pfeffermarmelade und Eisröllchen war alles dabei: Sogar einen Kebapstand gab es (auch wenn der Besitzer es Shawarma nannte – wir wissen trotzdem alle wie es wirklich heißt)  Dazu: Livemusik und eine Superstimmung. So gestärkt sollte es für den nächsten Tag kein Problem sein, etwas früher aufzustehen und eine Reise in eine ehemalige deutsche Kolonie zu unternehmen… aber dazu später mehr.

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Vorschau: Valdivia

International Week

Als Austauschstudent hat man nicht nur Möglichkeiten, sondern auch (zumindest soziale) Pflichten. So haben die Organisatoren der Austauschgruppe uns gefragt, ob wir im Zuge der „International Week“ ein Bisschen unsere Länder bzw. Heimatunis präsentieren können. Das ganze fand an einem Montag über den ganzen Tag verteilt statt, und wir sollten mit Kaffee und Essen belohnt werden.

Zu meiner Überraschung war das ganze weniger eine kleine Präsentation und mehr eine kleine Messe, wo ich als Österreicher mit Deutschland und den Niederlanden einen kleinen gemeinsamen Stand hatte. Immerhin stimmte die Sprache (fast). Die felligen Beine gehören zu einem Teddy in Lederhosen, die die Bayrin mitgebracht hatte

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Unser Stand – wir hatten Lernmaterialien dabei

Nach einigem Nachfragen für den Kaffee (jawohl!) kamen immer wieder interessierte Studenten vorbei, die genaue Anfragen zu Förderprogrammen etc. stellten, die wir natürlich nicht beantworten konnten. Immerhin hatten die Niederländerinnen Bier als Ausstellungsobjekt mitgebracht, sowie Hagelslag zum probieren, mit denen wir dezent den ganzen Boden vollsauten. Außerdem hatten wir sogar Promomaterialien von der AAU – woher auch immer, ich war nicht wählerisch. Zusätzlich hatte ich ein paar hübsche Bilder von Österreich als Untermalung mitgebracht.  Als Unterhaltung trat eine Chilenische Tanzgruppe auf, die mit viel Energie und Schellenklang die Stimmung zum kochen brachte.

 

Dann ging es am Mittwoch weiter: wir wurden gebeten, jeweils typische Gerichte aus unserer Heimat mitzubringen um den Studenten (und uns gegenseitig) einen kulinarischen Austausch zu ermöglichen. Ich und die andere Österreicherin haben zusammen einen Topf voll Kaiserschmarrn und Apfelkompott gemacht, der sehr gut ankam (nicht abgebildet). Aber auch die anderen Studenten haben sich nicht lumpen lassen:

 

 

Von deutschem Kartoffelsalat über spanische Tapas, französische Quiche, mexikanischen Tacos und Limonenkuchen war alles dabei. Dann ging es zu einer Tanzvorführung von typisch Lateinamerikanischen Tänzen:

 

 

 

Bekannterweise gehört ja auch die Osterinsel (Rapa Nui) zu Chile, wo hier einige tapfere Tänzerinnen und Tänzer der Kälte trotzten und typische Tänze mit viel Energie vorführten.

Danach war die Gruppe aus Kolumbien dran (dieselbe wie auf der Kolumbischen Fiesta übrigens) und führte den Typischen Cumbia vor.

Danach hieß es „alles Cumbia“ und wir durften gemeinsam mittanzen – eine neue und sehr lustige Erfahrung – egal wie gut wir dabei waren.

 

Ein Wochenende in Temuco

Zu den Vorteilen, die ein Austauschstudent genießt zählt nicht nur die Bekanntschaft mit anderen Austauschis, sondern auch die Bespaßung die die ansässige Bevölkerung für einen bereithält. Auf gut Deutsch: es gibt eigene Kurse bezüglich Kultur und Bräuche, die eigens für die Austauschstudenten angeboten werden. Zu solch einem hab ich mich kürzlich angemeldet (hauptsächlich, weil ein Ausflug zu einer Mapuche – Community geplant war und dieser mit einheimischer Küche in Verbindung stehen sollte).

Der Kurs erstreckte sich eigentlich über drei Tage, der erste mit einer kurzen Einführung in die Kultur der Mapuche, der zweite über die chilenische Sprache und der dritte mit der besagten Führung. Gut, am zweiten Tag hatte ich leider keine Zeit, aber dafür konnte ich die chilenische Sprache samt „Modismen“, also eigenen Wortkreationen (wie bei uns Paradeiser statt Tomate etc.) ja selbst jeden Tag mit eigenen Ohren hören. Am Tag der Führung traf ich also bei meiner Uni ein – praktisch! – und war mit ein paar deutschen – natürlich! – als erster da. Kein Problem, Regen stärkt schließlich die Gesundheit und so schlimm wie bei uns ist der Regen auch lange nicht – mehr so eine Art fallender Nebel.

Der Worte waren bald genug gewechselt, und wir brachen endlich zu der Mapuche-Community auf. Der Busfahrer verfuhr sich zwar einmal, aber dafür wurden wir den letzten Teil des Weges von einigen Einheimischen geführt – nett. Die Landschaft sieht übrigens gerade in der Region fast aus wie zuhause in Österreich am Land.

Nun wohlbehalten angekommen, wurden wir in ein Haus im Stil einer „Ruka„, also der traditionellen einheimischen Behausung geleitet und der örtliche „Erzähler“ redete mit uns über die Kultur, Kosmologie, Geschichte und momentane Situation der Mapuche in Chile. An der Wand hing eine typische Trommel, die offenbar sehr alt und in der Region offenbar berühmt ist – sehr unscheinbar.

Was ich unter anderem mitgenommen habe, ist, dass die Mapuche zeitweise kulturell ziemlich unterdrückt wurden (Verbote in der Schule die Sprache zu sprechen etc.), und dass nicht nur das Blut sondern auch die Tradition einen zum Mapuche macht. Die Ruka war übrigens gerade im Aufbau, also mehr ein modernes Wohnhaus im Stil einer traditionellen Behausung. Danach gab es lecker selbstgemachtes Essen mit lokalen Zutaten – Sopaipillas mit Getreide, Aji-Pebre soße mit Quinoa, Joghurtsauce, Honig, Haferkekse, Getreidekaffee, Quinoa – Marmeladennachtisch und selbstgemachte Getränke auf Quinoa – und Kräuterbasis – seehr lecker 🙂 (und komplett vegetarisch).

Draußen wurden wurden wir aufs herzlichste von den Mapuche verabschiedet, direkt bei der traditionellen Gebetsstelle beim den ihnen heiligen Zimtbaum.

Danach sollte es noch zu einem Wasserfall in der Nähe gehen. Dafür, dass die gesamte Landschaft sehr flach war, gibt es überraschend viele Wasserfälle, die offenbar einfach in ein Loch in der Landschaft fallen.

Danach war ich noch bei einem Kollegen eingeladen, auf eine kleine Grillerei. Derweil galt es aber noch etwas Zeit totzuschlagen: also auf auf einen Kaffee zu Omas Brot (das Kaffeehaus / Geschäft, nicht das Gebäck). Zu sehen: das berühmte Bier mit Zitrone und Salz, im Tequilastil.

Am Sonntag war dann etwas Ruhe angesagt: ein Perfekter Tag, um das örtliche Zug/Dichtermuseum zu besuchen! Hintergrund: es gibt offenbar ein Zugmuseum und der Vater des hier geborenen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda war Eisenbahner, also haben sie das aus irgendwelchen Gründen kombiniert.

Außerdem gibt es nicht nur Züge und Gedichte mit Zugbezug zu bestaunen, sondern auch Gemälde, bei denen die Künstler wohl an das eine oder andere davon gedacht haben. Nicht, dass man das unbedingt merkt, aber der Gedanke zählt.

Die Züge konnte man übrigens besichtigen: Darin wurde auch ein kleines schwer verständliches Video über Pablo Neruda gespielt. Genuss in leeren Zügen (ha ha). Unter anderem konnte man hierbei auch die Präsidentensuite besichtigen, die aus Pietätsgründen von der Suite der first Lady getrennt war .. allerdings mit „Geheimtür“ zwischen den beiden. Tja. Außerdem: ein Auto, dass auf Schienen fahren kann und zusätzlich für die Straße umgerüstet werden kann.

Ausklang für den Abend war dann ein kleines klassisches Konzert: ein Bekannter hatte noch Karten übrig für das „Orquestra Sinfónica Juvenil“, oder auf gut deutsch Jugendsynphonieorchester. Gespielt wurde vieles, von chilenischen Komponisten bis hin zu Wagner, Tschaikovski und anderen Klassikern. Ein Funken Europa in Chile also. Ich habe fast etwas an Wien denken müssen. Beendet wurde das ganze  – wie auch sonst- mit einer Cueca. Das Theater wo das ganze stattfand ist übrigens sehr hübsch, mit Gemälden und Skulpturen im Foyer verstreut – das ganze ist auch erst 20 Jahre alt, was sich mit etwas lauten Heizkörpern direkt neben uns bemerkbar machte. Naja.

Auch an verregneten Tagen gibt es also in Temuco was zu tun – überraschenderweise.

Temuco im Frühling

Hallo zusammen!

Nach längerer Pause möchte ich nun einen kleinen Einblick in den Alltag in Temuco geben:

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Die beiden Autos stehen erstens in meiner Nachbarschaft (man beachte die ganzen Flaggen zum Nationalfeiertag) und zweitens im Weg auf meinem Weg zum Collectivo, den ich jeden Morgen auf die Uni beschreite. Warum habe ich gerade dieses als erstes Bild gewählt?

Hauptsächlich weil ich es lustig finde und es außerdem eine gute Metapher für meine Ansicht der Chilenischen Gesellschaft ist – ziemlich zwiegespalten zwischen Arm und Reich (nicht das das linke Auto billig wäre) und ziemlich besessen von Statussymbolen sei es Ausbildung, Sprache (Chilenisch oder „gutes“ Spanisch), Lebensstil etc.

Außerdem stehen die Chilenen generell auf Süßes aller Art – Kuchen, Torten, Kekse (die Standardwegzehrung schlechthin – „Wer will einen Keks?“ – auf Reisen öfters gehört (heute hat sogar ein Professor in die VO Kekse für uns Studierende mitgebracht …))

Passend dazu gibt es im Zentrum einen Schokoladenladen (höhö, Wortwitz):

Die freie Zeit hier vertreibe ich mir hauptsächlich mit diversen Kursen (Klettern, Sprachkurs etc.) und damit, Fotos zu machen. Übrigens ist mittlerweile tatsächlich der Frühling im Süden angekommen:

Weitere interesssante Beobachtungen: Nescafé ist der Kaffee #1 in Chile (wiesooo?), Mittwochs ist die Cafeterie mit ungefähr gefühlt der ganzen Uni gefüllt (es gibt nämlich Hänchen mit Pommes (offenbar gab es einmal nämlich eine Zeit, in der alles, außer eben diesem Gericht ungenießbar war, was dazu führte dass Mittwoch der einzige Tag war, an dem man ungefährdet zur Mensa konnte. Die Tradition hat sich trotz mittlerweile leckerer Alternativen erhalten.)  Und ich bringe meinen Kollegen am Institut in der Freizeit Deutsch und etwas Englisch bei. Außerdem spielen noch viele Studenten Pokémon Go, offenbar.

Und wo geht man in Chile am besten auf ein Sandwich? Richtig, in:

einem Diner im Stil der 80-er Filme mit passender Musik (80er- gibt eigene Radiostation dafür (nennt sich Radio Edelweiss – ehrlich)). In Chile läuft die Zeit eben etwas anders. Ich habe letztens Auf der Uni sogar Moonboots und Trompetenhosen gesehen (nicht in Kombination). Ich weiß zwar nicht, was die Mode derzeit in Europa macht, aber ich hoffe zumindest nicht das.

So, ein paar Bilder hab ich noch zum Ausklang, dann gibts beim nächsten Mal mehr von einem Ausflug aufs Land und einem in die Stadt.

Bis dann!

Kolumbianische Fiestas u.ä.

Wenn man Menschen in Temuco fragt, was sie denn von ihrer bzw. dieser Stadt halten kommt meistens als eines der ersten Wörter immer dasselbe – „tranquilo.“ – ruhig. Das ist sowohl positiv als auch negativ gemeint – den einen gefällt es total einfach mal nicht viel um sich los zu haben und in einer relativ sicheren Stadt zu wohnen, die anderen hätten wohl gerne mehr Action und Dinge zu tun.

Wobei man sagen muss, dass es um Temuco einiges zu entdecken gibt- die Küste ist nicht weit entfernt, nur ca. eine Stunde mit dem Auto und es gibt in ähnlicher Distanz einige Seen und Naturparks zu entdecken. Heute will ich aber von etwas anderem schreiben. Es gibt nämlich durchaus auch in der Stadt einiges zu erleben wie zB dieses Wochenende eine Kolumbianische Fiesta im Stadion „German Becker“ (gesprochen „Herman Becker“ – wirklich. 😉 )

Erfahren habe ich davon hauptsächlich über eine Whatsappgruppe in der sich die „extranjeros“ also Austauschstudenten, vernetzen und einige Kolumbianer hatten dezidiert zu dieser Feier eingeladen – ich war sowieso in der Gegend, also hab auch ich mal vorbeigeschaut. Zu sehen und schmecken gab es einiges, viel Kolumbianische Musik und leckeres kolumbianisches Essen und viiele Snacks. Es gab sogar eine kolumbianische Tanzvorführung.

Nach einigem Durchprobieren (Arroz con Leche (eine Art Milchreis im Becher) – lecker!) ,natürlich alles – wie gewohnt – sehr süß, und kurzem Suchen (mein Handy hatte nur vorm Klo Empfang) fand ich dann auch die Studenten aus Chile bzw. Kolumbien und wir gingen Essen. Mir wurde wärmstens die Arepa empfohlen, ein Maisfladen gefüllt mit Huhn oder Rind und Salsa. Meine Kollegen bekamen ihr Essen innerhalb einer Minute – sehr flott also.

Mein gesuchter Stand befand sich direkt am Eingang und hatte bereits eine kleine Menschentraube angesammelt -ein gutes Zeichen! Nachdem ich mich zehn Minuten angestellt hatte, wurde mir auch klar, warum: in dieser Zeit brachten die Betreiber nämlich nur gefühlte drei gefüllte Fladen aus. Sie machten nämlich sämtliche Fladen frisch und hatten wohl mit dem großen Ansturm nicht wirklich gerechnet. Die vier Damen hatten es allerdings auch nicht besonders eilig. Dazu kam erschwerend, dass im Ausgabeplan zwei Herren sich offenbar wohlwissend früher angestellt und dann abgesetzt hatten, sodass immer wieder Pause eingelegt werden musste um festzustellen, ob denn die Besteller wieder da wären („Benjamin? Claudio?“). Ich stellte in der Zwischenzeit auch fest, dass so ein Maisfladen durchaus zehn bis fünfzehn Minuten gebacken werden muss, bis er gefüllt werden kann und dass insgesamt vielleicht  6 Personen gleichzeitig auf die Bestellungen warteten bis die neuen aufgenommen wurden. Einige  „Benjamin?“ und „Claudioo?“ – Durchsagen später kam nach einer halben Stunde gottseidank ein Kollege mit einem Kaffee vorbei um sich zu erkundigen, wie es mir denn ginge. Ich war zu diesem Zeitpunkt relativ tief in der sunk-cost-fallacy versunken und versicherte ihm, dass ich sicher gleich meine Bestellung aufgeben könnte, dann wäre es praktisch eine Frage von Minuten. Nach einer weiteren Viertelstunde hatte ich mich immerhin an die Vorfront vorgearbeitet, wo mittlerweile geschnittene Arepas mit Käse an die auf ihr eigentliches Essen wartenden Menschen verteilt wurden – sozusagen als kleine Entschädigung für die Wartezeit. Waren sehr lecker. Zu etwa diesem Zeitpunkt kam auch Benjamin (Claudio?) vorbei und wurde natürlich vor uns mit seinem Essen versorgt – zu diesem Zeitpunkt war ich schon etwas neidisch. Als ich dann aber drankam, konnte mir auch nicht der alte Herr, der sich vordrängelte (oder war er wirklich vor mir dagewesen? – Ich passte nicht mehr so ganz auf.) die Stimmung vermiesen. Fazit: die Arepa schmekt genau so, wie man sich es vorstellt – Maisbrot mit Hünchen und einer Soße. Eigentlich ganz lecker.

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Kolumbianische Tänzerinnen

Die darauffolgende Tanzeinlage war auch so wie man sich es vorstellt: bunt, laut, und voller Farben. Ich hätte vielleicht 20 Dezibel weniger vertragen, bin aber auch bei den Lautsprechern gestanden. Alles in allem – eine spannende Erfahrung. Ein großes Lob auch an die Tänzerinnen und Tänzer die den niedrigen Temperaturen in Temuco mit Kolumbianischer Hitze begegneten.

Das Beitragsbild zeigt übrigens einen Teil meines Wegs zur Uni – eine stillgelegte Eisenbahnstrecke Richtung Meer wurde hier zum Rad/Fußweg umfunktioniert. Daneben befinden sich einige Spielplätze (für Kinder) und Trainingsplätze mit Stangen (für Erwachsene).

Zum Schluss noch ein kleiner Blick auf die Uni: wie fast überall gibt es nach Ende der Prüfungszeit musizierende und entspannende Studenten. Neu für mich ist der Kollege mit dem Schlauch in dem Mund: er raucht nicht etwa, sondern spielt ein luftbetriebenes Keyboard, das Melodica genannt wird. Auch nicht schlecht.20180730_141628

 

Santiago de Chile – Teil 3

Die Kurzfassung der Geschichte der chilenischen Dikatatur wäre wohl (Achtung, Meinung):

In Chile wurde der weltweit erste demokratisch gewählte Sozialistische Präsident gewählt. Das schmeckte allerdings aufgrunde von Reformen bzw. Ideologischen und wohl auch wirtschaftlichen Gründen sowohl den Großgrundbesitzern, als auch den damaligen USA unter Nixon nicht. Nach einigen destabilisierenden Maßnahmen beider Vorhergenannten gab es dann einen von denselben gestützten Militärputsch und daraufhin ca. 20 Jahre Diktatur mit allen Schrecklichkeiten, die man sich dabei vorstellen kann. Im Jahre 1988 wurde er, als es wirtschaftlich ungünstig wurde, eine Diktatur zu sein, abgewählt, blieb jedoch straffrei. Heute ist Chile eine recht funktionierende Demokratie soweit ich das beurteilen kann.

Dies und mehr zur allgemeinen Vergangenheitsbewältigung erzählte uns Camil, wobei seine Sicht als angehender Soziologe sicher auch einige interessante Einblicke gewährte. Generell haben wir während der Tour mit ihm einiges über Politik und Bildungssysteme in Chile geredet.

Allgemein habe ich das Gefühl, dass Chile in etwa so ist, wie ich mir Österreich in den 70ern vorstelle: Die erste Generation nach der Diktatur („Generation ohne Angst“) ist alt genug, politisch aktiv zu werden und das Land kämpft noch mit der Aufarbeitung seiner politischen Vergangenheit. Auch der Unterschied zwischen Arm und Reich ist recht groß: Die Uni kostet so 700 $ im Monat, das Medianeinkommen liegt bei 500$… Tja.

Dazu kommt, dass das Sozialsystem oft erst bei wirklich Armen Menschen greift, d.h. es gibt eine große Schicht an Menschen, die zwar arm, aber nicht „arm genug“ sind, um Förderungen zu erhalten. Dazu kommt, das der Steuersatz in Chile bei 20% – Chile ist eines der klassisch neoliberalsten Länder.

Nach der Geschichtsstunde bedankten wir uns bei unserem Guide und zahlten gleich am Friedhof („I don’t want to get robbed in the Metro.“) Beim Hinausgehen plauderten wir noch über zukünftige Pläne (Er will in die Politik gehen, vielleicht einen Doktor machen) und Klimawandel („Viel zu heiß für Winter“) – es waren doch 20 Grad.

Anschließend und um die Stimmung wieder etwas zu heben beschlossen die zwei deutschen Studenten (Timon und Christin) und ich, zu den Restaurants am Markt zu gehen und die Chilenische Küche, die uns empfohlen wurde zu verköstigen.

Nach etwas längerer Zeit als geplant und einer unbeabsichtigten weiteren Tour des Marktes (er ist überraschend verwinkelt!) fanden wir dann auch was wir fanden – ein buntes Durcheinander aus Tischen, umringt von Restaurants und gefüllt mit Einheimischen, die schwatzend ihr Mittagessen zu sich nahmen. Wir setzten uns und ich bestellte eine chilenische Späzialität für eigentlich kältere Tage – Cazuela:

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Die chilenische Antwort auf Ramen

Die Cazuela besteht wie im Bild aus einem großen Stück Fleisch, Nudeln, Gemüse, einer Kartoffel, einem halben Maiskolben (unter dem Fleisch), einem Stück Kürbis (ebenso), das ganze in einer Suppe gekocht und serviert – sehr lecker und sehr füllend für knappe 3000 Pesos (~4€),  inklusive Salat. Das dazubestellte Wasser ohne Gas war etwas komplizierter – sie hatten keines mehr und nach verzweifeltem Nachfragen bei den anderen Restaurants (hatten auch keines mehr!) nahm ich unter einem kleinen Augenzwinkern der Verkäuferin eines mit Kohlensäure.

Weitere Highlights, leider ohne Foto: Ein Mann der ca. 1m große Kreuze, inklusive Heiland feilbat – und sogar eines verkaufte! Ein weiterer spielte in der Menge Saxophon, bis ein Polizist herantrat (es war wohl im Markt verboten) und ihn nur anstarren zu brauchte, bis dieser sich schleunigst unter Danksagungen ans Publikum selbst hinauskomplimentierte.

Danach gingen ich und meine Mitreisenden noch ein Stück des Weges gemeinsam (ich wollte noch zum Mueso de Bellas Artes und sie zum Cierro Santa Lucía), bevor wir uns im Museum angekommen alles Gute weiterhin wünschten und getrennte Wege gingen.

Im Museum gab es zwar nicht sehr viele Ausstellungsstücke – aber immerhin Vielfältigkeit war geboten. Von einer Japanischen traditionellen Kunstausstellung über Kopien bekannter Skulpturen, kirchliche Kunst und moderne Ausstellungsstücke war viel geboten. Auch das Gebäude selbst ist äußerst besichtigenswert.

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Bellas Artes – ein Hauch Europa

Danach und schon etwas müde beschloss ich ins gleich gegenüberliegende Castillo Forestal auf einen Kaffee und etwas Süßes zu gehen. Nach der vorherigen Tour war der Kontrast zu den bodenständigen Restaurants am Marktplatz ein ziemlich großer. Die Tarte Tatin war zwar lecker, der Kaffee kam aber leider ohne Wasser (hier offenbar nicht so üblich). 20180726_151125

Insgesamt kostete der Spaß 7000 Pesos, also ca. 9 Euro- das Doppelte, das mein Mittagessen gekostet hatte.

Nun derart gestärkt plante ich ins Museo de los Derechos Humanos, oder Menschenrechtsmuseum zu gehen. Leider lag dies am anderen Ende des Zentrums.

Auf dem Weg dorthin wurde mir auch wieder klar, warum ich nicht so ganz der Großstadttyp bin – wenn man müde ist, ist der ganze Lärm und die vielen Menschen einfach zuviel. Über das Museum selbst kann ich nicht viel schreiben, da ich zu dem Zeitpunkt schon recht müde war und die Ausstellungsstücke (die sich hauptsächlich mit der Diktatur befassen) großteils in Spanisch gehalten waren.

Den Abend beschloss ich dann im riesigen Einkaufszentrum/Hochhaus Costanegra, das von einem Deutschen Supermarktgründer (die Kette Jumbo, die auch in der Temuco Mall zu finden ist) finanziert wurde. Die Metro in Santiago ist übrigens sehr effektiv, es gibt ein Kartensystem das man aufladen kann und als Student oder Senior zahlt man verbilligte Preise. Interessant ist, das zu verschiedenen Tageszeiten etwas verschiedene Tarife gelten.

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Costanera Tower – eigentlich Gran Torre Santiago, von der Metro aus

Nach soviel neuen Eindrücken und Spaziergängen durch die Stadt freute ich mich auch wieder auf den Nachtbus, der mich schlafend wieder nach Temuco bringen würde.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote aus der letzten Woche, die vorher nirgends Platz fand:

Ich: „Qué es el deporte national de Chile? (Was ist der chilenische nationalsport?)“ – Antwort: „Mentir.“ – „Qué significa eso? (Was ist das?)“ – „Lying.“ … Ich liebe den Chilenischen Humor.