Nun neigte sich mein Semester leider schon dem Ende zu und die Vorlesungen begannen an wichtigkeit zu verlieren – Weihnachtsfeiern und ähnliche Festivitäten zum Semesterabschluss waren nun plötzlich auch wichtig für viele Leute! Auf unserem Institut gab es ein kleines Weihnachtssnackbuffet, mit deutschen Lebkuchen, chilenischer Schokolade, japanischen Süssigkeiten und italienischer Panettone, die hier als Weihnachtsessen sehr beliebt ist.
Auch die Studenten entspannten sich in Kleingrüppchen auf der hauseigenen Wiese, während ein Sammelsurium verschiedener Bands ihre Vorstellungen abhielt. Das ist allerdings gar nicht so ungefährlich – zumindest ohne Sonnenschutz kann man sich hier leicht einen Sonnenbrand holen, vor allem, wenn das Wetter besser ist. Das Ozonloch über Chile trägt dazu bei, dass die Sonnenstrahlung hier ungewöhnlich hoch ist.
Eines Nachmittags wurde die gemütliche Stille von einem Heidenlärm unterbrochen: der stellte sich bald als Dudelsackspielender Professor (Julio, ein sehr witziger und netter Mensch) dar, der sich zur Entspannung eine kleine Runde mit Dudelsackmusik durch das Gebäude genehmigte. Auch im Bild: die Aussicht von unserem „Aussichtspunkt“ auf die Wiese der Uni. Danach gab es noch offiziele Schlussfeiern, mit Tanz und Musik. Es wurden noch letzte Fotos von Heimweg und Institutsschild gemacht, bevor es bald zu den Seen ging – ein Kollege (Alejandro) hatte mich noch auf einen Semesterausklang zur Hütte am See eingeladen (dieses Mal allerdings eine Andere als die in vorherigen Updates)
Dies sollte nämlich in Caburga stattfinden – ein Wochenendhäuschen, schöne Seen (aber noch kalt!) und Asado – was könnte chilenischer sein?
Die Strände waren noch (fast) menschenleer und das Wetter wunderbar – endlich war also der Sommer gekommen, und es war Zeit geworden, abzureisen. Auf dem Rückweg nahmen wir noch den See Villarica mit, und die Kollegen schenkten mir zum Abschied noch eine Flagge mit allen Unterschriften und Glückwünschen 🙂
Dann war der Aufbruchsmoment gekommen – ich hatte noch drei Wochen Südamerika vor mir. Erster Stopp: Valparaíso.

