So, nach einiger Zeit wird wieder was geschrieben, genauer: von der vergangenen „Fiesta de las Naciones“, oder dem „Fest der Nationen“ in Temuco. Jedes Jahr wird nämlich von den örtlichen Vereinen eine Feier veranstaltet, bei der man traditionelles Essen, Getränke, Tänze, Musik und Menschen der einzelnen Länder näher kennenlernen kann – da sag noch einer wir sind nicht International! Zuvor aber noch eine kleine Collage von Fotos, die sonst nirgends hinpassen:
Abgebildet sind: meine Kletterhalle, die Wiese auf der Uni, mit Studenten, die sich zum Protest bereitmachen (wieso? – ein Andermal dazu mehr) und ein leckerer Burger – gestärkt? – dann kanns ja weitergeh’n:
Bei der Fiesta waren überraschen viele unterschiedliche Länder vertreten: Ein Auszug: Peru, Kolumbien, Venezuela, Haiti, Brasilien, Deutschland (hatten lecker Kuchen), Israel, Palästina (am anderen Ende der Halle), Italien, die Schweiz und, und, und.
Der offizielle Beginn der Feier sollte um 12 sein, also kam ich pünktlich um 12:15 an, als sich gerade die meisten Stände gemütlich mit dem Aufbau beschäftigten und die Halle noch komplett leer war – natürlich, chilenische Zeit eben.
Dafür hatte ich aber oft die Gelegenheit als Erster mit den einzelnen Standbesitzern zu schwatzen, was durchaus interessant war. Im Chinesischen Stand wurde mir zB. von einem alten Chinesen, der kein Wort Spanisch sprach Tee angeboten – sehr nett. Man verständigte sich eben wie man konnte („Té?“ – „Si!“ – „Yo no hablo espanol“ – „Yo no hablo chino“ – (er schenkt Tee ein, ich trinke) – Ich: Xie Xie (danke – mein gesamtes Chinesischrepartoire übrigens) – wir lächeln uns an und trinken). Die Nachfahren der deutschen Einwanderer hatten offenbar die alten Uniformen von Opa ausgepackt und waren hocherfreut einen Österreicher zu sehen – sie haben mir sofort einen Sticker geschenkt und mich vergnügt ausgefragt. Die Israelis waren auch sehr nett – offenbar ist in Temuco eine der ältesten Synagogen im ganzen Land, auch wenn man sie von außen offenbar kaum erkennt.
Am Stand von Venezuela traf ich danach auch einen Bekannten, der mir sagte, er würde heute tanzen. Ich war schon gespannt darauf. Derweil hatten sich auch die Organisatoren fertiggemacht und die Eröffnung fand pünktlich eine Stunde nach 12 statt. Sehr schön gemacht, mit einem Band und vielen kleinen Scheren: alle waren sie dabei.

Ich machte noch eine kleine Runde, dann gingen auch schon die Tanzvorführungen los: die erste Gruppe waren die Venezuelaner, die ich schon vorher bei der besagten venezuelanischen Fiesta gesehen hatte:
(Man beachte die verschiedenfarbigen Taschentücher in den Farben Venezuelas).
Danach war noch etwas Zeit bis zur nächsten Show während sie deutsche Schlager spielten – naja, also ging es zum Probieren der berühmten peruanischen Küche: Ceviche. (Fisch, mariniert in „Tigermilch“ – eigentlich hauptsächlich gewürzter Limettensaft) – sehr, sehr lecker! Auch Argentinien war mit Fleisch vertreten:
Die nächste Vorführung kam von der Universidad Catolica de Temuco und war eine Tanzshow im Stil der Osterinsel (Rapa Nui) – mit viel Energie und Schwimm – und Ruderbewegungen (Videos jeweils ca. 30 Sekunden): (gleiche Gruppe wie bei der Fiesta International im Zuge der Movilidad-Organisation) – sehr sehenswert!
Damit nicht genug, und in komplett anderem Stil kam dann Palästina auf die Bühne: leider war zu dem Zeitpunkt meine Kamera bereits derart voll, dass ich anfangen musste kürzere Videos zu machen und in den Pausen alte gespeicherte Fotos zu löschen. Ich hoffe, man sieht dennoch den Unterschied:
Bei den Tänzen handelt es sich nämlich um Dabke, was übersetzt „Mit-den-Füßen-auf-den-Boden-Stampfen“ bedeutet. In einigen Tanzschritten wird dies auch sehr deutlich. Beendet wurden die Tänze mit einem „Peace for Palestine“. Ganz am Schluss war es „free for all“ und es tummelten sich mehr Leute auf der Bühne – man beachte den Typ mit Schwert:

Mittlerweile war es auch schon etwas voller, und die Baklava, die sowohl von Israel und Palästina als auch der Türkei beansprucht wurden, waren bereits fast alle. Ich hab trotzdem noch ein paar erwischt – lecker, genau wie beim Türken in Wien.
Als nächstes war Haiti dran – interssant, weil gerade in Chile in letzter Zeit viele Haitianer eingewandert sind, die mit ziemlichen Vorurteilen zu kämpfen haben. Davon aber beim nächsten Mal mehr, der Post ist schon ziemlich lang – bis dann.