Nach all der Reise war ich schon ziemlich erschöpft. So schön alles auch war, hatte es doch auch was wieder im Süden zu sein – bei erfrischenden 10 Grad außen- und Innentemperatur… Ein kleines Bisschen vermisste ich den Norden schon.
Aus genau diesem Grund hatte ich auch (schon lange) vor, einmal einen Thermenbesuch zu machen um mich einen Tag lang richtig aufzuwärmen. Thermen gab es ja aufgrund der vielen Vulkane genug. Zufälligerweise war gerade einer meiner Bekannten zu eben so einer Therme unterwegs – in der Nähe von Villarica, dem Ort und dem gleichnamigen Vulkan. Laut Bewertungen war es zwar im Umkleideraum und Warteraum kalt, aber daran war ich eh schon gewöhnt.
Nachdem wir uns frühmorgens bei der Universität trafen (die Forscherstatue am Hintereingang forscht übrigens doppelt so schnell wie der vorne – man beachte die zwei (!) Teleskope), fuhren wir gemeinsam mit ein paar Senioren (es war ein Betriebsausflug der Unibediensteten wo seine Freundin dabeiwar) los. Auf dem Weg konnten wir sogarwunderbar den Vulkan Villarica betrachten, der zu dem Zeitpunkt gerade eine kleine Rauchfahne hatte (ist einer der aktivsten Vulkane der Region).
Die Therme selber war sehr angenehm – Becken mit verschiedener Tiefe, mit verschiedener Temperatur und all das übliche Blabla. Das Wasser selbst kam hier nicht natürlich ans Tageslicht sondern wurde mit Pumpen aus der Tiefe heraufbefördert. Während ich also die Wärme genießend dalag, wurde mir von meinen Begleitern erzählt, dass diese Therme ja gar nicht natürlich sei, und überhaupt die Becken aus Beton und nicht Naturstein waren und ich also unbedingt die „echten“ Thermen probieren müsste. Mein Bekannter – David – war aus Venezuela, ebenso wie seine Freundin, also machten wir gemeinsam dem zehnjährigen Jungen, den eine andere Bekannte (übrigens Sekretärin am Matheinstitut – nicht meines) von ihm mitgebracht hatte mit Schauergeschichten über wilde Tiere aus Österreichische und Venezuelanische Angst – zumindest versuchsweise, er zeigte sich nämlich begeistert und wollte immer mehr wissen. Tja.
In der Mittagspause nach dem Essen suchten wir zwar erfolglos einen Weg zum Spazierengehen, fanden aber die Bedienstetenhäuschen und eine Seilrutsche und machten ein Paar Fotos. Am Nachmittag hatten wir sogar das große Becken für uns allein uns sprachen über Nationalfeiertage, Kekse zu Weihnachten im Sommer (gibt es hier) und Chilenisches Sushi (anders als das japanische, offenbar).
Kurz über Venezuela: Soweit mir erzählt wurde ist es ein wunderschönes Land mit toller Küche und vielfältiger Landschaft, das allerdings momentan aufgrund der politischen Situation nicht für Reisende zu empfehlen ist (Der Präsident regiert seit einiger Zeit mehr oder weniger autokratisch und das Land befindet sich in einer tiefen humanitären und wirtschaftlichen Krise). Schade und eine Schande für die dortigen Menschen. Daher ist es auch verständlich, dass viele Venezuelaner, die es sich leisten können, das Land verlassen und in andere Länder ziehen, zB nach Chile. Einige andere Bekannte, ebenso aus Venezuela luden mich nämlich am Tag danach zu einem Venezuelanischen Markt/Kulturfest ein.
Am Morgen ging es mit einem Arepa-Frühstück los (lecker) nachdem wir uns zuerst zur wohnung den größten (zumindest gefühlt), bewohnten Hügel in Temuco hochgekämpft hatten. Meine Bekannte aus Uruguay, das ziemlich flach ist kam dabei schon ziemlich ins Schnaufen. Ich war zwar auch etwas außer Puste, konnte mir aber aus Österreichschem Bergsteigerstolz heraus natürlich nichts anmerken lassen.
Nach der Ankunft bei der Fiesta war noch alles im Aufbau, also ging ich naturgemäß zuallererst natürlich in das naheliegende Geschäft um zu Mittag zu Essen und bereute es fünfzehn Minuten später sofort: Es wurden Spezialitäten in Hülle und Fülle verkauft.
Manchem wird aufgefallen sein, dass ich nur selten Fotos von unversehrtem Essen hochlade. Meistens kommt mir die Idee für ein Foto nämlich erst, nachdem ich probiert habe – oder ganz erst nach dem Essen. Nun, hier war es nicht anders: das Stück Quesillo, das fehlt war mein Verdienst (sehr lecker).
Nicht nur typisches Essen gab es, man konnte sich auch die Augenbrauen zupfen lassen, Kaffee oder Bananenblätter (?) kaufen, mit Leuten aller Klassen aus Venezuela plaudern oder die Tanzeinlage bestaunen: trotz wenig Platz war es erstaunlich was die Damen vorzuführen hatten.
Zu hören: der Announcer, der sich offenbar unbedingt selber hören wollte und mir dabei fast die Ohren zerschrie. Daher gingen auch ich und der Cousin meiner Bekannten hinaus um etwas die Sonne (und die Stille) zu genießen. Leider kamen just zu diesem Zeitpunkt die Tänzerinnen fürs Fotoshooting heraus. Wir waren also auf ein paar Fotos mit drauf bis sie uns höflich baten doch vielleicht derweil hineinzugehen. (Detail: die Röcke sind im Design der venezuelanischen Flagge)

Ein Kommentar zu „Back again – into hot water (& a fiesta)“